Nahrungsmittel bei Arthrose

Welche Lebensmittel bei Arthrose? Eine Übersicht.

Sie wollen ganz konkret wissen, welche Nahrungsmittel Sie bei Arthrose guten Gewissens zu sich nehmen können – und welche besser nicht? Nutzen Sie unsere praktische Liste – am besten mit einem Lesezeichen in Ihrem Browser, damit Sie immer mal wieder darauf zugreifen können.

Folgen Sie außerdem den Links am Ende dieser Seite, um genauer zu erfahren, wie es funktioniert, dass die richtigen Nahrungsmittel bei Arthrose Schmerzen lindern und Beweglichkeit verbessern …

NAHRUNGSMITTEL BEI ARTHROSE – DIE LISTE

Bitte beachten Sie, dass die in der Liste angegebenen Lebensmittel immer in ihrer Rohform gemeint sind, wenn nicht anders angegeben. Steht dort also z.B. Spargel, ist der Spargel an sich gemeint, nicht das Spargelgericht mit Sauce Hollandaise … Lebensmittel, denen eine besonders hilfreiche Wirkung bei Arthrose nachgesagt wird, sind mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnet.

BEDENKENLOS ESSEN UND TRINKEN DÜRFEN SIE BEI ARTHROSE FOLGENDE NAHRUNGSMITTEL …

 Salate (Kopfsalat, Eisbergsalat, Endivien, Rucola, Chicorée, Feldsalat!, Spinatblätter!, …): In dunkelgrünen Sorten ist besonders viel ß-Carotin enthalten, das antioxidativ wirkt. Greifen Sie daher häufig zu Feldsalat und Spinatblättern.

 Kohlgemüse (Blumenkohl, Brokkoli!, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Grünkohl!, …): In den verschiedenen Kohlsorten sind besonders viele Glucosinolate enthalten. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung. Brokkoli und Grünkohl liefern zudem viel ß-Carotin und Calcium. Calcium ist wichtig für die Knochengesundheit.

 Knollengemüse (Fenchel, Kohlrabi, Sellerie, …): sind wahre Nährstoffbomben. Neben Vitamin C versorgen Sie uns auch mit zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen.

 Möhren!: enthalten besonders viel ß-Carotin. Aber aufgepasst: Aus roh verzehrten Möhren kann der wertvolle Inhaltsstoff praktisch kaum aufgenommen werden. Erst durch Erhitzen oder Entsaften der Möhren wird das ß-Carotin für den Körper verfügbar.

 Lauchgemüse! Zwiebeln! und Knoblauch!: enthalten entzündungshemmende Schwefelverbindungen. Ihnen wird außerdem eine knorpelschützende Wirkung nachgesagt.

 Die Vielfalt der Gemüsesorten (Gurken, Süßkartoffeln, Kürbis, Pilze, …): versorgen Sie mit einem bunten Nährstoffmix. Nur gut „ernährte“ Knorpel bleiben auf Dauer gesund! Sie können auch gerne auf die Tiefkühlvarianten zurückgreifen.

 Hülsenfrüchte (schwarze und rote Linsen, weiße, rote und grüne Bohnen, grüne Erbsen, Kichererbsen, …): liefern wertvolle Eiweiße und gesunde Ballaststoffe, gleichzeitig aber auch viele Purine. Die Zufuhr an Purinen sollte bei Gicht und zu hohen Harnsäurewerten reduziert werden. Sollten Sie keine zu hohen Harnsäurewerte haben, profitieren Sie davon, wenn Hülsenfrüchte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

 Beerenobst (Blaubeeren, Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, …): enthalten zahlreiche Flavonoide, die antioxidativ wirken und Entzündungen hemmen können.

 Zitrusfrüchte (Orangen, Mandarinen, Grapefruit, …): prall gefüllt mit Vitamin C.

 Obst (Banane, Apfel, Weintrauben, Kiwi, Melone, Birne, …): Nährstoffe in Hülle und Fülle! Neben Vitamin C, das für die Herstellung des Knorpelbestandteils Kollagen erforderlich ist, finden sich in Obst zahlreiche weitere Vitamine, Mineralstoffe und Polyphenole.

 Sanddornbeeren: werden meist in Form von Saft verzehrt. Sanddornbeeren sind sehr reich an Vitamin C.

 Getrocknete Cranberrys: Die säuerlich-süßen Beeren enthalten Phenolsäuren und Gerbstoffe, die möglicherweise antioxidative und antientzündliche Eigenschaften besitzen.

 Kräuter und Gewürze (Kresse!, Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Zitronenmelisse, Dill, Koriander, Rosmarin, Kurkuma! Kreuzkümmel, Oregano, Ingwer, schwarzer Pfeffer!, Zimt!, …): stecken randvoll mit antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzenstoffen wie Glucosinolaten und Sulfiden, liefern in frischem Zustand aber auch viel Vitamin C.

Vollkornprodukte (Vollkorngetreide wie Dinkel- und Weizenvollkorn, Vollkornbrot, Vollkornflocken, Müsli ohne Zuckerzusatz, Naturreis, Vollkornnudeln, …): sind reich an Ballaststoffen und sorgen damit für eine gute Sättigung, wirken sich positiv auf die Darmflora aus und halten den Blutzucker stabil. Neben verdaulichen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Eiweiß liefern Vollkornprodukte zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin E, Kupfer und Zink mit positivem Einfluss auf das Entzündungsgeschehen.

 Kartoffeln: vorzugsweise als Pell- oder Salzkartoffeln fettarm zubereitet.

Hirse!: die kleinen Körner sind reich an Eisen, Zink, B-Vitaminen und auch Kieselsäure, der eine positive Wirkung für die Knorpelbildung nachgesagt wird.

 Haferflocken: liefern zahlreiche B-Vitamine und das fettlösliche Vitamin K, das an der Regulation der Knochenbildung beteiligt ist. Zusätzlich sind aber auch viele Mineralstoffe enthalten: Eisen sowie Magnesium, aber auch Zink und Kupfer, die die Entzündungshemmung unterstützen.

 Kaltwasserfische (Hering, Lachs, Makrele, Sardinen, Forelle, Kabeljau, Heilbutt, …): liefern direkt hochwertige Omega-3-Fettsäuren mit entzündungshemmender Wirkung.

 Muscheln (Grünlipp- oder Grünschalmuschel!, Austern, …): sind reich an Kupfer, das wichtig ist für die Arbeit entzündungshemmender Enzyme. Insbesondere Grünlippmuscheln enthalten zudem spezielle stark entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren. Aber auch Glykosaminoglykane und Kieselsäure – beide wertvoll für die Knorpelgesundheit – machen Grünlippmuscheln zu einem richtigen Gelenkschutz!

 Brühe aus Knochen und Knorpel!: Gilt in der Naturheilkunde schon lange als Mittel gegen Gelenkbeschwerden.

 Mineralwasser: Am besten suchen Sie ein Mineralwasser, das mehr als 150 mg Calcium pro Liter enthält. Calcium stärkt die Knochen.

 Gemüsesäfte: liefern zahlreiche antioxidativ wirkende Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Achten Sie darauf, nicht zu stark gesalzene Säfte zu trinken.

 Ungesüßte Früchte- oder Kräutertees: sind gesunde Durstlöscher.

MIT EINSCHRÄNKUNGEN ESSEN UND TRINKEN DÜRFEN SIE DIESE LEBENSMITTEL …

 Nachtschattengewächse (Aubergine, Tomate, Paprika, Kartoffel, Spargel, …): Scheinen bei manchen, aber wirklich nur bei manchen Patienten zu einer Verschlimmerung der Gelenkentzündung zu führen. Austesten! Meistens werden sie aber gut vertragen und liefern dann wichtige Nährstoffe. Tomaten enthalten z.B. Vitamin C und das Carotinoid Lykopin, beides kann entzündungshemmende Vorgänge unterstützen.

 Fettarme Milchprodukte (fettreduzierte Milch, Naturjoghurt oder Frischkäse, fettreduzierter Käse, Harzer Käse, Saure Sahne, Buttermilch, …): Fettarm deswegen, weil der Fettanteil der Milch die entzündungsfördernde Arachidonsäure enthält. Auch in der fettreduzierten Variante liefern diese Produkte wertvolles Eiweiß und Calcium, das wichtig für die Knochengesundheit ist, sowie Zink.

 Eier: von artgerecht auf der Wiese gehaltenen Hühnern, diese enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren.

 Rindfleisch: enthält weniger von der entzündungsfördernden Arachidonsäure als andere Fleischsorten wie z.B. Schweinefleisch. Gleichzeitig liefert Rindfleisch wertvolles Zink, das eine schützende Rolle im Entzündungsgeschehen spielt.

 Geflügel: magere Stücke sind hier zu bevorzugen. Entfernen Sie vor dem Verzehr die Geflügelhaut, denn diese enthält besonders viel Fett.

 Mageres Fleisch und magere Wurstwaren (Rinderfilet, Putenbrustaufschnitt, …): magere Sorten enthalten nicht so viel der entzündungsfördernden Arachidonsäure und versorgen Sie trotzdem mit wertvollem Eiweiß.

 Olivenöl, Rapsöl!, Leinöl!: enthalten die pflanzliche Vorstufe von entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E, das im Körper antioxidative Wirkung entfaltet. Dennoch liefern diese Öle auch viele Kalorien. Verwenden Sie Speiseöle daher sparsam.

Walnüsse!: sind reich an wertvoller Alpha-Linolensäure, einer Omega-3-Fettsäure, die im weiteren Stoffwechsel antientzündliche Wirkung haben kann. Neben der positiven Wirkung auf das Entzündungsgeschehen können Omega-3-Fettsäuren zudem Werte des Fettstoffwechsels verbessern. Walnüsse sind aber auch Kalorienbomben. Sie sollten daher nur in kleinen Mengen, aber dafür regelmäßig verzehrt werden.

 Nüsse und Saaten (Haselnüsse, Paranüsse, Cashewnüsse, Leinsamen, Kürbiskerne, …): Nicht nur Walnüsse, sondern auch andere Nüsse und Saaten sind prall gefüllt mit wertvollen Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen, liefern gleichzeitig aber auch viele Kalorien und sollten daher nur in Maßen verzehrt werden.

 Kaffee, Schwarz- und Grüntee: zählen mit zur täglichen Flüssigkeitszufuhr. Sie können am Tag ohne Bedenken bis zu vier Tassen davon trinken. Sie enthalten zudem wertvolle und entzündungshemmende Polyphenole.

MEIDEN ODER NUR IN SEHR KLEINEN MENGEN ZU SICH NEHMEN SOLLTEN SIE BEI ARTHROSE DIESE NAHRUNGSMITTEL UND GETRÄNKE …

 Weißmehlprodukte (Weißbrot, Toastbrot, …), geschälter Reis und „helle“ Nudeln: Hier sind die Vollkornvarianten die bessere Alternative.

 Verarbeitete Kartoffelprodukte (Pommes, Reibekuchen, Kroketten, …): sind sehr fettreich und oft mit solchen Ölen hergestellt, die viele entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren enthalten.

 Fettreiche Milchprodukte (Vollfettmilch, Sahne, Crème fraiche, fettreicher Käse wie Camembert, fettreicher Schnittkäse, …): hier sind viele entzündungsfördernde Fettsäuren enthalten.

 Gezuckerte Milchprodukte (Fruchtjoghurt, Fruchtbuttermilch, Fruchtquark, Milchreis, …): Mischen Sie sich Ihre ungezuckerten Milchprodukte lieber selber mit etwas frischem Obst.

 Fettreiches Fleisch und fettreiche Wurstwaren (Leberkäse, Speck, Salami, Fleischwurst, Leberwurst, …): unterstützen Entzündungsvorgänge im Körper und sind daher nachteilig für die Gelenkgesundheit.

 Schweinefleisch: enthält viel der entzündungsfördernden Arachidonsäure.

 Schmalz: aus dem gleichen Grund …

 Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Distelöl, gehärtete Bratfette: enthalten viele entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren.

 Zucker und alternative Süßungsmittel (Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup, …): Auch die Alternativen zum normalen Haushaltszucker bestehen fast vollständig aus Zucker. Verwenden Sie diese also nur sparsam!

 Stark zuckerhaltige Brotaufstriche (Schokocreme, herkömmliche Marmelade, …): im Übermaß aufgenommener Zucker erhöht das Körpergewicht und damit die Last auf den Gelenken.

 Süßigkeiten (Vollmilchschokolade, Kekse aus Weißmehl, Weingummi, Schokoküsse, Marzipan, Eiscreme, …): enthalten sehr viel Zucker. Eine gesündere Alternative ist die Zartbitterschokolade: Sie enthält die sogenannten Flavanole, eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe mit zahlreichen positiven Wirkungen für die Gesundheit, z.B. einer entzündungshemmenden und blutdrucksenkenden Wirkung sowie positiven Effekten auf das Herz-Kreislaufsystem.

 Gezuckerte Getränke (Softdrinks, Limonaden, Eistee …): enthalten zu viel Zucker!

 Klassische Chips und salzige, fettreiche Knabbereien: sind Fettbomben mit für die Gelenkgesundheit ungesunden Fettsäuren.

 Alkoholische Getränke: liefern sehr viele Kalorien, die ein hohes Körpergewicht begünstigen, das wiederum Gelenkbeschwerden verstärkt.

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Dr. Verena Geurden

Unsere Gastbloggerin Verena Geurden ist promovierte Ernährungswissenschaftlerin, zudem DGE-zertifizierte Ernährungsberaterin und Kursleiterin für das Gewichtsreduktionsprogramm „ICH nehme ab“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Außerdem arbeitet sie als freie Fachjournalistin. So kommt es auch, dass sie nun bei uns regelmäßig Tipps für eine entzündungshemmende Ernährung gibt, die bei Gelenkpatienten mit aktivierter Arthrose bzw. Arthritis oder Rheuma Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern kann.

Persönlich erreichen Sie Dr. oec. troph. Verena Geurden in ihrer Praxis für Ernährungsberatung und -therapie in Leverkusen: www.ernaehrung-geurden.de

Oder aber Sie treffen sie beim Yoga oder bei Spaziergängen mit ihrem Hund, die unternimmt sie nämlich, wenn sie nicht gerade Ernährungspläne entwickelt, beim Abnehmen motiviert, sich weiterbildet oder Blogartikel schreibt 🙂